{"id":113,"date":"2013-07-05T20:56:45","date_gmt":"2013-07-05T18:56:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.refugeetribunal.org\/?p=113"},"modified":"2013-08-07T22:32:29","modified_gmt":"2013-08-07T20:32:29","slug":"abschlusserklarung-des-fluchtlingstribunals-2013-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.refugeetribunal.org\/?p=113","title":{"rendered":"Abschlusserkl\u00e4rung des Fl\u00fcchtlingstribunals 2013 in Berlin"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>FL\u00dcCHTLINGSTRIBUNAL GEGEN DIE BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>VEREINT GEGEN KOLONIALES UNRECHT &#8211; BERLIN 2013<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">5. Juli 2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>English<\/strong><\/span>: <a href=\"http:\/\/www.refugeetribunal.org\/?p=125\">Final Declaration of the Refugee Tribunal 2013<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"><strong>Fran\u00e7ais<\/strong><\/span>: <a href=\"http:\/\/thecaravan.org\/node\/3873\">La d\u00e9claration de le tribunal de r\u00e9fugi\u00e9s contre la R\u00e9publique f\u00e9d\u00e9rale d&#8217;Allemagne (RFA)<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>PDF Downloads<\/strong><\/span>: <a href=\"http:\/\/www.refugeetribunal.org\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Tribunal_vs_BRD_20130705_Abschlusserkl%C3%A4rung.pdf\">Deutsch<\/a>, <a href=\"http:\/\/thecaravan.org\/files\/caravan\/Tribunal_vs_BRD_20130705_Final_Statement_english.pdf\">English<\/a>, <a href=\"http:\/\/thecaravan.org\/files\/caravan\/Tribunal_vs_BRD_20130705_declaration_francais.pdf\">Fran\u00e7ais<\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Fl\u00fcchtlinge aus dem gesamten Bundesgebiet kommen trotz Repressionen zusammen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die BRD wird angeklagt, Flucht und Elend zu verursachen<br \/>\nund die \u00dcberlebenden mit Abschiebung zu bestrafen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Dokumentation der Klagen und Bekanntmachung in den Communities und in der Zivilgesellschaft<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><a title=\"IMG_5190 von Mahdiyeh Kalhor bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mahdiyeh_kalhor\/9070358618\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"IMG_5190\" src=\"http:\/\/farm6.staticflickr.com\/5519\/9070358618_cc057d7c69.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mehr Fotos von Mahdiye Kalhor findet ihr hier auf <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mahdiyeh_kalhor\/with\/9070345188\/\">flickr.com<\/a><\/p>\n<p>Vom 13. bis zum 16. Juni 2013 versammelten wir uns, Fl\u00fcchtlinge und MigrantInnen aus allen Bundesl\u00e4ndern und Mitglieder verschiedener Netzwerke und Organisationen in Berlin und klagten auf dem Internationalen Fl\u00fcchtlingstribunal die Bundesrepublik Deutschland \u00f6ffentlich an.<!--more--><\/p>\n<p>Das Fl\u00fcchtlingstribunal ist Ausdruck und Ergebnis der jahrelangen K\u00e4mpfe von Fl\u00fcchtlingen und MigrantInnen nicht nur in der BRD. Neben VertreterInnen der lokalen und regionalen Fl\u00fcchtlingsgemeinschaften waren auch Aktivistinnen und Aktivisten aus dem Ausland anwesend. Ferner st\u00e4rkten Mitglieder unterschiedlicher Netzwerke und Organisationen das Tribunal durch ihre Beteiligung. Mitglieder von Afrique-Europe Interact, AGIF (F\u00f6deration der ArbeitsmigrantInnen in Deutschland e.V.), ARACEM (Assoziation der R\u00fcckgeschobenen aus zentralafrikanischen L\u00e4ndern in Mali), Initiative Christy Schwundeck, Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, SKB (Sozialistischer Frauenbund), IMA (International Migrant Alliance), Sudanese Initiative for the Pursuit of Justice (SIPJ), THE VOICE Refugee Forum, Welcome to Europe, Women in Exile und Women Space Berlin trugen sowohl mit ihren Beitr\u00e4gen als auch organisatorisch zur erfolgreichen Durchf\u00fchrung des Tribunals bei.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_3409 von Mahdiyeh Kalhor bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mahdiyeh_kalhor\/9069793610\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"IMG_3409\" src=\"http:\/\/farm8.staticflickr.com\/7451\/9069793610_d4127eafa2.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mehr Fotos von Mahdiye Kalhor findet ihr hier auf <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mahdiyeh_kalhor\/with\/9070345188\/\">flickr.com<\/a><\/p>\n<p>Das Netzwerk der KARAWANE Fl\u00fcchtlingsfrauenbewegung, das sich im April bei der Fl\u00fcchtlingsfrauenkonferenz formiert hatte, er\u00f6ffnete am 13. Juni das Tribunal mit einer Frauendemonstration. Workshops f\u00fcr Frauen und ein Anklageblock von Frauen haben den Willen unserer Schwestern untermauert, die Position der Frauen innerhalb der Bewegung weiter zu st\u00e4rken und die Selbsterm\u00e4chtigung von Frauen zu beschleunigen.<\/p>\n<p><em><strong>WIR SIND HIER, WEIL IHR UNSERE L\u00c4NDER ZERST\u00d6RT!<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die auf dem Mariannenplatz in Berlin Kreuzberg von Einzelpersonen oder Gemeinschaften vorgetragenen Anschuldigungen gegen die BRD machten anhand von konkreten Beispielen die unterschiedlichen Aspekte der t\u00f6dlichen Fl\u00fcchtlingspolitik der BRD deutlich. Die Ankl\u00e4gerInnen legten Zeugnis davon ab, wie die BRD durch ihre aggressive Au\u00dfenpolitik und die deutschen Konzerne die Menschen zur Flucht zwingen. Ausbeutung, Repression, Militarisierung und Kriege werden vom deutschen Imperialismus wieder in die Welt getragen &#8211; nach Afghanistan, Nordafrika, Sudan oder in die T\u00fcrkei. Widersetzen sich Menschen der Ausbeutung, der Zerst\u00f6rung der Umwelt oder der Unterdr\u00fcckung in ihren L\u00e4ndern, sind sie mit Repressionsapparaten konfrontiert, die unter anderem von der deutschen Regierung ausgebildet, unterst\u00fctzt und von deutschen Waffenschmieden und Konzerne ausger\u00fcstet werden. Fliehen sie von den Orten, wo sie ihres Lebens nicht mehr sicher sind, sto\u00dfen sie an Grenzen und Sicherheitsz\u00e4une, die von der deutschen Regierung und Firmen im Rahmen der Grenzschutzagentur FRONTEX aufgebaut und finanziert werden. Diese europ\u00e4ische Grenzschutzagentur soll die Opfer des von Deutschland und von den anderen ehemaligen Kolonialm\u00e4chten erzeugten Elends von Europa fern halten. FRONTEX &#8211; die t\u00f6dliche Fl\u00fcchtlingsabwehragentur &#8211; operiert aber nicht nur an den Grenzen Europa, sondern auch jenseits des europ\u00e4ischen Kontinents. Sie ist an der Verfestigung eines Kontrollapparats zur Eind\u00e4mmung der erzwungenen Migration beteiligt.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_5180 von Mahdiyeh Kalhor bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mahdiyeh_kalhor\/9068135247\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"IMG_5180\" src=\"http:\/\/farm3.staticflickr.com\/2829\/9068135247_0812062632.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mehr Fotos von Mahdiye Kalhor findet ihr hier auf <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mahdiyeh_kalhor\/with\/9070345188\/\">flickr.com<\/a><\/p>\n<p>Die auf dem Fl\u00fcchtlingstribunal vorgebrachten Anklagen bez\u00fcglich der Au\u00dfenpolitik der BRD und der wirtschaftlichen Interventionen deutscher Wirtschaftsunternehmen sind im Folgenden zusammengefasst. Die Anklagen werden im Einzelnen mit den Ausf\u00fchrungen in der sp\u00e4teren Dokumentation ver\u00f6ffentlich und den interessierten Personen und Organisationen zug\u00e4nglich gemacht. Hier die Zusammenfassung der vorgetragenen Anklagen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Bundesrepublik wird angeklagt, unsere L\u00e4nder zu zerst\u00f6ren, durch Pl\u00fcnderung der Rohstoffe in unseren Herkunftsl\u00e4ndern, durch Ausbeutung unserer Arbeitskraft, durch Zusammenarbeit mit Diktaturen, durch Ausbildung von Milit\u00e4r und Polizei in unseren L\u00e4ndern, durch wirtschaftliche und politische Einmischung.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt wegen der Kriege in Jugoslawien, Irak und Afghanistan.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, die Besatzung Pal\u00e4stinas finanziell und durch Waffenlieferungen zu unterst\u00fctzen.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt wegen der Beteiligung<br \/>\n&#8211; an der Unterdr\u00fcckung und Ermordung der Bev\u00f6lkerung in Sudan,<br \/>\n&#8211; an der Unterdr\u00fcckung der Opposition in der T\u00fcrkei,<br \/>\n&#8211; an der Unterdr\u00fcckung der kurdischen Bev\u00f6lkerung,<br \/>\n&#8211; an der Zerst\u00f6rung der syrischen Gesellschaft,<br \/>\n&#8211; an der Unterdr\u00fcckung der Opposition im Iran,<br \/>\n&#8211; an der Zerst\u00f6rung von Libyen durch die NATO.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, zusammen mit der EU keine Verantwortung f\u00fcr die Opfer des unter anderem von der NATO gef\u00fchrten Kriegs in Libyen zu \u00fcbernehmen. Anstatt Libyen-Fl\u00fcchtlinge aus Subsahara-L\u00e4ndern aufzunehmen, werden diese mit Hilfe der EU in Auffanglagern wie Choucha in Nordafrika festgehalten.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, die sogenannte Integration von Libyen-Fl\u00fcchtlingen in Tunesien mit 600.000 Euro forciert zu haben, obwohl bekannt ist, dass Subsahara-Fl\u00fcchtlinge keinerlei Rechte in Tunesien haben und zudem von rassistischer Gewalt bedroht sind.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, dass sie zusammen mit der EU verantwortlich f\u00fcr die Xenophobie ist, die zwischen den Bev\u00f6lkerungen der nordafrikanischen L\u00e4nder immer st\u00e4rker wird.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, auf Tunesien und andere L\u00e4nder Nordafrikas Druck auszu\u00fcben, um die Weiterreise von Fl\u00fcchtlingen nach Europa zu verhindern. Daf\u00fcr werden die Grenzpolizeien der entsprechenden L\u00e4nder mit EU-Geldern aufger\u00fcstet.<\/li>\n<li>Wir klagen die BRD wegen der Militarisierung Afrikas durch FRONTEX und der Ermordung von Fl\u00fcchtlingen an den Au\u00dfengrenzen Europas an.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, ma\u00dfgeblich die Implementierung der sogenannten Dublin II-Verordnung vorangetrieben zu haben und auf dieser Grundlage massenhaft Abschiebungen innerhalb Europas zu vollziehen. Damit verletzt die Bundesrepublik Deutschland unser Recht auf Bewegungsfreiheit und freie Wohnortwahl.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, dass Abschiebungen nach europ\u00e4ischen Anrainerstaaten stattfinden, obwohl der Bundesrepublik Deutschland bekannt ist, dass wir z. B. in Italien obdachlos und ohne medizinische Versorgung ein menschenunw\u00fcrdiges Leben auf der Stra\u00dfe f\u00fchren m\u00fcssen oder z. B. in Ungarn im Gef\u00e4ngnis festgehalten werden, nur weil wir in Europa Schutz gesucht haben.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, dass viele unserer Freundinnen und Freunde gezwungen sind, sich durch Ver\u00e4tzen ihrer Finger selbst zu verletzen, um dem Fingerabdruck zu entkommen, diesem in unsere K\u00f6rper eingebrannten Gef\u00e4ngnis, das \u00fcber die Eurodac-Datenbank unsere Bewegungen \u00fcberwacht.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Abschiebung und Ausschluss sind zentrale Ziele der deutschen Fl\u00fcchtlingspolitik<\/strong><\/em><\/p>\n<p><a title=\"IMG_5150 von Mahdiyeh Kalhor bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mahdiyeh_kalhor\/9068142809\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"IMG_5150\" src=\"http:\/\/farm8.staticflickr.com\/7285\/9068142809_dc53f84323.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mehr Fotos von Mahdiye Kalhor findet ihr hier auf <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mahdiyeh_kalhor\/with\/9070345188\/\">flickr.com<\/a><\/p>\n<p>Die Anklagen der Fl\u00fcchtlingsgemeinschaften aus den Lagern und den MigrantInnenorganisationen lieferten am zweiten Tag des Tribunals, am 14. Juni 2013, Zeugnisse und Beweise f\u00fcr die Zerst\u00f6rung der Leben von uns Fl\u00fcchtlingen. Diese wurden anhand der Verletzung der fundamentalen Grundrechte deutlich pr\u00e4sentiert. Am zweiten Tag riefen die Ankl\u00e4gerInnen aus den verschiedenen Isolationslagern zu Gedenkminuten an die j\u00fcngsten Opfer des Abschiebesystems auf. Diese hatten ihr Leben in den Isolationslagern lassen m\u00fcssen, weil ihnen die grundlegenden Bed\u00fcrfnisse wie die Gesundheitsversorgung verweigert wurden oder weil sie eine Abschiebung in das Elend f\u00fcrchteten und sich deswegen das Leben nahmen. Als das zentrale Verbrechen gegen die Fl\u00fcchtlinge wurde konkret die Abschiebung und alle mit ihr verkn\u00fcpften Instrumente des Ausschlusses genannt: Isolationslager, Residenzpflicht, Gutscheine, Arbeitsverbote, Polizeikontrollen. Rassistische Polizeigewalt wurde konkret an den F\u00e4llen Christy Omordion Schwundeck, Lay\u00e9 Alama Konde und Oury Jalloh dargelegt. Neben der Polizei wurden seitens der Initiativen alle mit dem Fall verkn\u00fcpften staatlichen und halbstaatlichen Institutionen angeklagt, die an der Vertuschung und Fortf\u00fchrung der rassistischen Zust\u00e4nde beteiligt waren und sind.<\/p>\n<p>Die vorgebrachten Anklagen bez\u00fcglich der Fl\u00fcchtlingspolitik der BRD sind im Folgenden zusammenfassend aufgelistet:<\/p>\n<ul>\n<li>Die BRD wird angeklagt, Fl\u00fcchtlinge durch Abschiebungen zu terrorisieren und sie durch Abschiebegef\u00e4ngnisse zu foltern.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt wegen der Abschaffung des politischen Asyls, wegen der Verletzung der Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention und wegen der Nichtanerkennung frauenspezifischer Fluchtgr\u00fcnde.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, Familien zu trennen und zu zerst\u00f6ren.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt wegen der Verweigerung von Sprachkursen, wegen der Durchsetzung von Arbeitsverboten und wegen der Kriminalisierung durch die Abnahme von Fingerabdr\u00fccken.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, Abschiebeabkommen mit Nigeria, Syrien und anderen Staaten zu vereinbaren.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt durch Aufenthaltsbeschr\u00e4nkungen (\u201eResidenzpflicht\u201c) permanente Kontrolle und Isolation auszu\u00fcben.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, das System der Isolationslager durchzusetzen und dadurch<br \/>\n&#8211; Fl\u00fcchtlinge bewusst in Lagern zu isolieren,<br \/>\n&#8211; Gewalt gegen Frauen und Kinder in Lagern zu erm\u00f6glichen,<br \/>\n&#8211; Fl\u00fcchtlinge zu traumatisieren,<br \/>\n&#8211; das Leben von Fl\u00fcchtlingen durch Verweigerung von medizinischer Versorgung in Gefahr zu bringen,<br \/>\n&#8211; die Erniedrigung durch Gutscheine und Essenspakete zu forcieren.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, durch unterschiedliche Instrumente Fl\u00fcchtlinge zu stigmatisieren, zu kriminalisieren und ihre Verfolgung zu dulden und zu vollziehen.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, rassistische Polizeikontrollen und Polizeigewalt auszu\u00fcben.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, exilpolitische Aktivit\u00e4ten zu verbieten.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt wegen der doppelten Benachteiligung von Fl\u00fcchtlingsfrauen.<\/li>\n<li>Die BRD wird angeklagt, die universellen Menschenrechte und unsere W\u00fcrde zu verletzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><em>Kompromisse mit dem System der Ausbeutung und Abschiebung sind nicht m\u00f6glich<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a title=\"IMG_5328 von Mahdiyeh Kalhor bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mahdiyeh_kalhor\/9070345188\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"IMG_5328\" src=\"http:\/\/farm6.staticflickr.com\/5488\/9070345188_6f48f0c343.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mehr Fotos von Mahdiye Kalhor findet ihr hier auf <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mahdiyeh_kalhor\/with\/9070345188\/\">flickr.com<\/a><\/p>\n<p>Das Fl\u00fcchtlingstribunal mit all den hervorgebrachten Anklagen legt den Schluss nahe, dass keine Kompromisse zwischen den Fl\u00fcchtlingen und der deutschen Regierung m\u00f6glich sind. Denn die in Deutschland angesiedelten Konzerne, die mit ihnen verschmolzenen Finanzeliten und ihre verl\u00e4ngerten Arme in der Regierung werden weder heute noch morgen aufh\u00f6ren, auf Profit zu verzichten. Sie werden in der Welt weiterhin nach Gelegenheiten suchen, wo Arbeitskr\u00e4fte billig, Umweltauflagen unzureichend und Arbeitsschutz vernachl\u00e4ssigbar sind. Sie werden \u00fcberall dort in der Welt, wo Rohstoffe und nutzbares Land sind aktiv werden und weitere Konflikte initiieren oder Bestehende noch versch\u00e4rfen. Sie tragen also weiterhin dazu bei, dass Menschen den Ort, wo sie zuf\u00e4llig geboren wurden, verlassen m\u00fcssen. Wir Fl\u00fcchtlinge d\u00fcrfen aber nicht nach Europa, wo der Reichtum angesammelt wurde &#8211; daher FRONTEX, daher Abschottung, daher Abschiebung f\u00fcr die, die es doch geschafft haben. Daher Repression und Terror f\u00fcr die, die sich dem System der Unterdr\u00fcckung sowohl in den Herkunftsl\u00e4ndern als auch hier widersetzen. Das Fl\u00fcchtlingstribunal machte allen nochmals deutlich: Das kapitalistische System ist barbarisch, weil es die Mehrheit der Menschen und ihre Lebensr\u00e4ume auf diesem Planeten vernichtet. Verteidigen wir uns nicht, werden uns die letzten Lebensr\u00e4ume und das Leben genommen.<\/p>\n<p><em><strong>Unsere Selbstorganisierung und die Versch\u00e4rfung der gesellschaftlichen K\u00e4mpfe<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das Fl\u00fcchtlingstribunal hat das Bewusstsein der jahrzehntelangen K\u00e4mpfe gegen Kolonialismus und die seit Jahrzehnten gef\u00fchrten K\u00e4mpfe von Fl\u00fcchtlingen hier in Deutschland klar zum Ausdruck gebracht und vor allem die St\u00e4rke des Widerstandes dagegen manifestiert. Trotz Polizeikontrollen, trotz der bestehenden Haftandrohungen gegen Fl\u00fcchtlingsaktivistinnen und -aktivisten, trotz der Abschiebeandrohungen, trotz der Bestrafung durch die sogenannten \u201eAnti-Terrorgesetze\u201c sind \u00fcber 500 Menschen zum \u00f6ffentlichen Tribunal nach Berlin gekommen und haben \u00f6ffentlich Zeugnis abgelegt.<\/p>\n<p>Es wurde im Abschlussplenum entschieden, zur St\u00e4rkung der Selbstorganisation der Fl\u00fcchtlings- und MigrantInnen-Gemeinschaften die Ergebnisse des Tribunals ausf\u00fchrlich schriftlich und filmisch zu dokumentieren und sie dann innerhalb des n\u00e4chsten Jahres in den Gemeinschaften der Fl\u00fcchtlinge und MigrantInnen zu verbreiten. Die Dokumentation soll einerseits den Mut derjenigen aufzeigen, die bereits die BRD angeklagt haben als auch andere Fl\u00fcchtlinge und MigrantInnengruppen dazu ermutigen, eigene Anliegen zu formulieren und sich am Prozess der Fortf\u00fchrung des Tribunals zu beteiligen. Dar\u00fcber hinaus wird durch die \u00f6ffentlichen Anklagen den Angeklagten ein deutliches Zeichen gesetzt, n\u00e4mlich dass sie sich und ihre Taten nicht verstecken und ihre Verbrechen nicht in Nacht und Nebel fern der gesellschaftlichen Wahrnehmung durchf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Dokumentation soll ferner dazu genutzt werden, sowohl zivilgesellschaftliche Akteure als auch Fachverb\u00e4nde anzusprechen und sie aufzufordern, die beim Fl\u00fcchtlingstribunal herangetragenen Anklagen zu studieren, zu analysieren und diese aus ihre Sicht zu bewerten.<\/p>\n<p>In welche Form der Prozess der Urteilsfindung nach dem Sammeln der Anklagen fortgef\u00fchrt wird, h\u00e4ngt vom weiteren Verlauf des Diskussionsprozesses ab. Regionale AnsprechpartnerInnen sowie ein Tribunalkomitee werden benannt werden. Ein Treffen zur Festlegung der weiteren Schritte wird einberufen.<\/p>\n<p>Einzelne Anklagen k\u00f6nnen an die folgende E-Mail-Adresse geschickt werden:<\/p>\n<p>charge@refugeetribunal.org<\/p>\n<p>Wir rufen auf zum gemeinsamen Kampf gegen Unterdr\u00fcckung, Ausbeutung und Krieg.<\/p>\n<p><strong>Unsere Solidarit\u00e4t ist unsere St\u00e4rke!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Fl\u00fcchtlingstribunal 2013 gegen die Bundesrepublik Deutschland<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">www.thecaravan.org\u00a0\u00a0 \u2022\u00a0\u00a0 www.thevoiceforum.org\u00a0\u00a0 \u2022\u00a0\u00a0 www.refugeetribunal.org<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihr k\u00f6nnt uns jederzeit kontaktieren und uns eure Ideen, Anregungen und W\u00fcnsche mitteilen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>BERLIN<br \/>\n<\/strong>KARWANE f\u00fcr die Rechte der Fl\u00fcchtlinge und MigrantInnen<br \/>\nThe VOICE (Refugee) Forum Berlin<br \/>\nHandy: +49 (0)170\/8788124 | E- mail: the_voice_berlin@emdash.org<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>EAST &#8211; JENA<br \/>\n<\/strong>THE VOICE Refugee Forum<br \/>\nSchillerg\u00e4sschen 5, 07745 Jena<br \/>\nTelefon: 0176 24568988 | Email: thevoiceforum@emdash.org<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>NORTH &#8211; HAMBURG<\/strong><br \/>\nKARWANE f\u00fcr die Rechte der Fl\u00fcchtlinge und MigrantInnen<br \/>\nBrigittenstra\u00dfe 5, 20359 Hamburg<br \/>\nTelefon: 040 43189037 | Email: free2move@nadir.org<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>SOUTH &#8211; STUTTGART<\/strong><br \/>\nTHE VOICE Refugee Forum<br \/>\nB\u00f6blinger Stra\u00dfe 105, 70199 Stuttgart<br \/>\nTelefon: 0176 27873832 | Email: thevoice_bdw@yahoo.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>WEST &#8211; WUPPERTAL<\/strong><br \/>\nKARWANE f\u00fcr die Rechte der Fl\u00fcchtlinge und MigrantInnen<br \/>\nMarienstra\u00dfe 52, 42105 Wuppertal<br \/>\nTelefon: +49 (0) 202 94 67 920 | Email: wuppkarawane@yahoo.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FL\u00dcCHTLINGSTRIBUNAL GEGEN DIE BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND VEREINT GEGEN KOLONIALES UNRECHT &#8211; BERLIN 2013 5. 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