FLÜCHTLINGSTRIBUNAL AUSDRUCK DER SOLIDARITÄT

Es ist, wie ich glaube, höchste Zeit dieses Tribunal abzuhalten. Seit Jahrzehnten hat die Bundesrepublik Deutschland das Asylrecht so verändert, dass es praktisch abgeschafft wurde.
Menschen aus Afrika, Asien oder Lateinamerika waren nur ganz kurze Zeit hier geduldet. Sie wurden als „Arbeitstiere“ betrachtet und behandelt. Geduldet wurden Sie aus dem Mangel an Arbeitskräften nach dem zweiten Weltkrieg.
Millionen von „Gastarbeitern“ haben das deutsche Wirtschaftswunder mitgeschaffen und haben dazu beigetragen, dass Deutschland seit Jahren Exportweltmeister geworden ist.
Die deutsche Wirtschaft und die deutsche Außenpolitik verursachen viel Unheil, Kriege und Ausbeutung in der Welt, besonderes in den Ländern aus denen viele Migrant_innen kommen. Blutspuren des deutschen Kolonialismus fließen aus Namibia bis nach Europa. Die wirtschaftliche Ausbeutung der Länder der sogenannten Dritten Welt ist sichtbar – genau wie der Waffenhandel mit den Diktatoren und Unterdrückern in unseren Ländern.
Die vielen Tausende Migrant_innen aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Afghanistan, Irak und Palästina sind die direkten Ergebnisse der westlichen kolonialen Kriege mit aktiver Beteiligung Deutschlands.
Diese Aspekte und nicht nur diese sollen klar gesagt werden. Wir erhoffen nicht dadurch, dass die deutsche Politik sich ändert. Mit diesem Tribunal möchten wir unseren Schwestern und Brüdern, den Migrant_innen erklären, warum wir emigrieren mussten. Wir wollen miteinander über die Ursachen unserer Leiden, Armut, Verfolgung und die Kriege in unseren Länder sprechen. Wir wollen miteinander die Frage beantworten, warum wir in Deutschland so behandelt werden.
Wir möchten diese Illusion von der „Demokratie“ im Westen so darstellen und aussprechen, wie sie in Wirklichkeit ist: eine Maske – die Rassismus, Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung  verbirgt. Wir wollen diese „Demokratie“ demaskieren!
Das ist aber nur ein Teil unserer Ziele. Um besser für unser Recht zu kämpfen, müssen wir uns organisieren. Die Erfahrungen, die bis jetzt gemacht wurden, zeigen, dass der/ die einzelne keine Chance hat, seine Rechte zu erkämpfen. Nur wo die Migrant_innen gemeinsam gekämpft haben, waren sie erfolgreich.
Dieses Tribunal soll unser Selbstbewusstsein stärken und unsere Solidarität miteinander ausdrücken.
So lange haben wir uns aus Angst zurückgehalten, solange glaubten wir die Lügen über Demokratie und Menschenrechte und haben uns geweigert die Verletzung UNSERER Menschenrechte wahr zu haben.
Es ist höchste Zeit auf den Tribunal-Tisch zu hauen:
Hier sind Wir!
Salah

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